Interesseorientierte Unterrichtsgestaltung im Physikunterricht

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 Im Rahmen dieser Interventionsstudie im Bereich der empirischen Fachdidaktikforschung wird die Bedeutung der Einbindung individueller, auch fachfremder Schülerinteressen im Physikunterricht untersucht. Schülerinteressen werden auf der Grundlage eines fächerübergreifenden und projektorientierten Unterrichtskonzepts in den Fachunterricht integriert, um die Physik-Fachkompetenzen von Schülerinnen und Schülern zu entwickeln und zu fördern. Im Zusammenhang mit der Diskussion um Bildungsstandards werden in der vorliegenden Untersuchung die vier Kompetenzbereiche Fachwissen, Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Bewertung berücksichtigt.  In der Unterrichtsgestaltung werden insbesondere die Kompetenzbereiche "Kommunikation" und "Bewertung" fokussiert. In Anlehnung an die im Rahmen des BMBF-Programms "Physik im Kontext" (PiKo) umgesetzten Studien wird in der hier geplanten Untersuchung der Kontextgedanke im Blick auf die Wirksamkeit einer Fokussierung individueller Schülerinteressen aufgegriffen. Im Rahmen eines quasi-experimentellen Designs mit Pre-, Post- und Follow-up-Erhebungen wird die Wirksamkeit der Integration individueller Schülerinteressen bei der Erarbeitung physikalischer Themengebiete auf die Entwicklung von Fachkompetenzen, Lernleistungen und affektiven Lernaspekten überprüft.

An verschiedenen Gymnasien in Thüringen werden je 120 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassenstufe in vier Treatment- bzw. in vier Kontrollklassen von derselben Lehrperson zum Themenfeld Elektrizitätslehre (z.B. Strom, Spannung, Widerstand) unterrichtet. Im Treatmentunterricht werden Schülerinteressen im Kontext fächerübergreifender und projektorientierter Lernformen berücksichtigt. Der Unterricht in der Kontrollgruppe greift dieselben Themen der Elektrizitätslehre auf, allerdings ohne Schülerinteressen dezidiert zu berücksichtigen, und erfolgt unterrichtsmethodisch überwiegend auf der Grundlage kooperativer Lernformen.    

Sowohl quantitative, als auch qualitative Forschungsmethoden finden in dieser Studie Berücksichtigung. Neben dem Einsatz standardisierter Instrumente und kompetenzorientierter Tests, werden mittels theoriebezogener Fallauswahl 2 Schülerinnen und Schüler pro Treatment- und Kontrollklasse interviewt. Zur Überprüfung der Implementationsqualität des Treatmentunterrichts führen die Lehrpersonen ein Tagebuch. Die Ergebnisse der Studie sollen langfristig sowohl in die fachdidaktisch orientierte Unterrichtsentwicklung als auch in die Lehrerbildung Eingang finden.

Das Projekt wird vom BMBF/DLR mit freundlicher Unterstützung finanziert.

Projektrelevante Publikationen

  • Girwidz, R., Gläser-Zikuda, M., Laukenmann, M. & Rubitzko, Th. (Hrsg.) (2006). Lernen im Physikunterricht. Hamburg: Kovac.
  • Gläser-Zikuda, M. & Järvelä, S. (Eds.) (2008). Application of qualitative and quantitative methods to enrich understanding of emotional and motivational aspects of learning. International Journal of Educational Research, (47) 2.
  • Gläser-Zikuda, M. & Fuß, S. (2003). Emotionen und Lernleistungen in den Fächern Deutsch und Physik - unterscheiden sich Mädchen und Jungen in der 8. Klasse? Lehren und Lernen, 29 (4), 5-11.
  • Gläser-Zikuda, M. & Laukenmann, M. (2001). Emotionen und Lernen im Physikunterricht der Sekundarstufe I. Unterrichten und Erziehen, 20 (6), 315-318.
  • Laukenmann, M., Bleicher, M., Fuß, S., Gläser-Zikuda, M., Mayring, Ph. & v. Rhöneck, Ch. (2003). An investigation on the influence of emotions on learning in physics. International Journal of Science Education, 25 (4), 489-507.

Projektleitung

Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda
Institut für Erziehungswissenschaft
Lehrstuhl für Schulpädagogik
Mail: michaela.glaeser-zikuda@fau.de

Projektmitarbeiterin

Dipl.-Phys. Henriette Brakhage
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Institut für Erziehungswissenschaft
Lehrstuhl für Schulpädagogik und Didaktik
Mail: henriette.brakhage@uni-jena.de

studentische Hilfskräfte

Julia Lauterbach
Franziska Kröckel